Roth InstitutWissensjournal

Performance Monitoring

Zahnräder Teamarbeit

Bremsen wir durch übermäßige Kontrolle die Motivation unserer Mitarbeiter?

Wir erwarten von Mitarbeitern, dass sie proaktiv und eigenständig handeln. Doch dafür braucht es Zuversicht, sowie Vertrauen. Ein „sich nach vorne wagen“ darf nicht beim ersten Fehler bestraft werden.

Im Rahmen der Digitalisierung und mit Hilfe der neusten technischen Medien und Sensoren wird es immer einfacher Aktivitäten von Mitarbeitern zu analysieren und zu kontrollieren. Doch inwieweit sollte eine Führungskraft diese Möglichkeiten überhaupt nutzen? Ist dies überhaupt nötig? Und ab welchem Punkt kann dies sogar kontraproduktiv wirken?

Grundsätzlich ist bei der Führung von Mitarbeitern ein gewisses Controlling notwendig, um beispielsweise die Anwesenheit und auch die Arbeitsergebnisse zu prüfen. Wo aber liegt die Grenze zur Überwachung? Geht es um elektronische Überwachung wie beispielsweise die Beobachtung via Kamera ist ein Level erreicht, welches kontrovers diskutiert und oft von vielen Arbeitnehmern nicht ohne weiteres akzeptiert wird.

Generell sollte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern ein gesundes Vertrauensverhältnis herrschen. Nur dies kann eine Basis darstellen, auf der sich eine leistungsfähige Unternehmenskultur bildet. Daher sollte gerade in kleinen Unternehmen übermäßige Kontrolle der Mitarbeiter vermieden werden, da Misstrauen vonseiten der Führungskraft die Motivation der Mitarbeiter negativ beeinflussen kann. Ebenso führen eine ständige Überwachung und Drohungen zu großem Druck beim Arbeitnehmer. das wirkt sich kontraproduktiv auf die Arbeitsleistung aus. Top Performance erzeugt man so nicht.

Es ist demnach ratsam, sich als Führungskraft zu überlegen, welche Reaktion mit einer zu strengen Überwachung bei den Mitarbeitern ausgelöst wird. Durch eine gute Kommunikation und agile Arbeitsmethoden kann bereits eine gewisse Transparenz geschaffen werden, welche die Unternehmensprozesse und Arbeitsabläufe für jeden durchschaubar macht und das Vertrauen auf beiden Seiten stärkt [siehe Artikel: „Agiles Arbeiten“].

Weiterhin sollte sich jede Führungskraft bewusst sein, dass beispielsweise die Überwachung per Kamera einen tiefen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines jeden darstellen und der Arbeitnehmer auch das Recht hat, diese Maßnahmen anzufechten. Auch ist es einer Führungskraft nicht gestattet, Daten zu sammeln, die im weitesten Sinne nichts mit dem Arbeitsverhältnis seines Angestellten zu tun haben.

Gespräch Mentor mit jungen Menschen

Wichtig sollte es für eine Führungskraft sein, klare Regeln aufzustellen. Demnach sollte beispielsweise vertraglich festgehalten werden, in welchem Rahmen die private Internetnutzung erfolgen sollte, welche Daten gesammelt werden, wie mit diesen umgegangen wird und welche Kontrollen in welcher Form durchgeführt werden dürfen. Auf diese Weise schützt die Führungskraft sich selbst und gibt ihren Mitarbeitern Anhaltspunkte und Sicherheit darüber, was gestattet ist und was nicht.

Kurzum gilt beim Thema Überwachung: weniger ist mehr. Das Schenken von Freiraum und Vertrauen schafft auf Dauer eine Situation, in der Ihre Mitarbeiter aus einer von innen geleiteten Motivation heraus die besten Arbeitsergebnisse erzielen. Nicht ohne Grund sind zum Thema der Mitarbeiter-Performance gerade Themen wie „New Work“ oder Agiles Arbeiten in aller Munde.

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