Roth InstitutWissensjournal

Key Stakeholder managen

Welchen Einfluss haben Stakeholder auf Veränderungsprozesse?

In allen Veränderungsprojekten sind die Stakeholder ein entscheidendes Erfolgskriterium eines jeden Unternehmens. Oft steht und fällt der Erfolg des Projektes mit ihnen. Anspruchsgruppen, die aus Individuen oder Interessensverbänden bestehen, können völlig unterschiedliche Interessen verfolgen. Umso wichtiger ist es für ein Unternehmen, die Fähigkeit zu besitzen seine verschiedenen Anspruchsgruppen richtig zu managen. So ist es notwendig, sich auf die Stakeholder zu konzentrieren, die für das Unternehmen die meiste Bedeutung besitzen. Durchläuft das Unternehmen einen Veränderungsprozess, muss es den Stakeholdern ermöglicht werden, sich auf den Change einzustellen und diesen mit zu tragen. Zudem ist zu berücksichtigen, dass einige Stakeholder-Gruppen einen hohen Einfluss ausüben können. Das Ziel des Stakeholdermanagements besteht somit darin, die unterschiedlichen Ziele der bedeutendsten Stakeholder mit internen Interessen in Einklang zu bringen und sich bietende Potenziale zu nutzen. Richtig durchgeführtes Stakeholdermanagement kann zu einer gesteigerten geschäftlichen Leistung und neuen innovativen Denkprozessen führen.  

Agiles Arbeiten mit Post-its im Büro

Zuordnung von Anspruchsgruppen

Um Stakeholder richtig managen zu können, sollte die Führungskraft herausfinden, welche Anspruchsgruppen für das Unternehmen von besonderer Bedeutung sind. Ein wichtiges Instrument hierbei stellt die Stakeholderanalyse dar. So unterscheidet man zwischen primären und sekundären Stakeholdern. Primäre Stakeholder sind vor allem Anspruchsgruppen, die den Erfolg des Unternehmens stark und unmittelbar beeinflussen. Dies können zum Beispiel Mitarbeiter und Projektleiter, aber auch Kunden und Lieferanten sein. Sekundäre Stakeholder sind dagegen Anspruchsgruppen, die nicht unmittelbar durch das Unternehmen beeinflusst werden, sondern durch Marktverflechtungen ein Interesse an den Aktivitäten des Unternehmens entwickeln. Hierzu zählen vor allem der Staat, Sponsoren, Konkurrenten und andere Interessensverbände.

Von besonderem Interesse für jedes Unternehmen sollten jedoch die Key Stakeholder sein. Diese sind extrem einflussreich und die Befriedigung ihrer Interessen stellen sich oft als erfolgskritisch für ein Unternehmen heraus. Sie nehmen somit eine Schlüsselfunktion für das Unternehmen ein. Ein wichtiger Schritt, um Stakeholdern den Change zugänglich zu machen, besteht zunächst in der Identifikation der Key Stakeholder. Dies gestaltet sich oft nicht so einfach wie erwartet, da sie nicht fest im Unternehmen verankert sind, sondern sich im Wandel befinden. Sie sind von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Diese Identifikation ist somit eine der Hauptaufgaben des Stakeholdermanagements. Oft sind wichtige Key Stakeholder:

  • Die Kunden
  • Die Mitarbeiter
  • Das Management

Der Kunde wird oft als wichtigste Anspruchsgruppe eines Unternehmens angesehen. Dazu können Hauptvertragskunden, Projektbeteiligte oder -leiter des Kunden oder auch externe Entscheidungsträger gehören. Ebenso bedeutsam sind die Mitarbeiter und das Management. Wichtige Key Stakeholder stellen beispielsweise Projektbeteiligte, der Vorstand, Bereichsleitungen, Führungskräfte und interne Projektauftraggeber dar. Nachdem die Key Stakeholder identifiziert wurden, kann ein Unternehmen an den Beziehungen zu ihnen arbeiten. Erfolgsfaktoren des Stakeholdermanagements, die überprüft werden sollten, sind hier sind zum einen die Akzeptanz und Übereinstimmung der Stakeholder mit unternehmerischen Zielen und zum anderen die Befriedigung von Erwartungen und Bedürfnissen der Key Stakeholder.

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Stakeholder im Wandel

Gerade im Change Management ist die dynamische Gestaltung von Stakeholderbeziehungen von enormer Bedeutung. Es muss gewährleistet werden, dass Key Stakeholder den angestrebten Wandel mittragen, um Veränderungsmaßnahmen zu erleichtern und eine Identifikation mit dem Change zu schaffen. Nur so können kurzfristige Chancen genutzt, Anspruchsgruppen befriedigt und neue Potenziale ausgeschöpft werden. Vorteile, die sich so bieten, sollten in den Fokus gerückt werden, nicht eventuelle Risiken. Folgende Punkte müssen beachtet werden, um

die Veränderung den Stakeholdern näher zu bringen:

  • Notwendigkeit der Veränderung vermitteln
  • Vorteile der Veränderung verdeutlichen
  • Verständnis für Veränderung schaffen
  • Prozessbegleitende Kommunikation gewährleisten

Hierfür bedarf es auch der Kenntnis von individuellen Zielstrukturen der Stakeholder. Diese können jedoch je nach Persönlichkeitstyp unterschiedlich sein. Mithilfe eines nachhaltigen Change Management Konzepts ist es jedoch systematisch möglich die Key Stakeholder zu involvieren und im besten Falle sogar als „Förderer und Unterstützer“ des Changes zu gewinnen [siehe Artikel: „Kommunikation im Change Management“]

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