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Wie Change Management die Fluktuation reduziert

Durchläuft ein Unternehmen Veränderungen, geht damit oft eine starke Verunsicherung der Mitarbeiter einher. Die Gefahr besteht, dass Mitarbeiter den Change nicht akzeptieren und sich von ihrem Unternehmen abwenden. Was kann getan werden, um dies zu verhindern?

Fluktuation ­– die Kostenfalle

Fluktuation bezeichnet hier vor allem den Wechsel des Arbeitsplatzes von einem in ein anderes Unternehmen durch einen oder mehrere Mitarbeiter. Dabei wird nicht nur von der üblichen Kündigung gesprochen, auch „innere Kündigungen“ sind möglich. Das bedeutet, dass der Mitarbeiter noch körperlich im Unternehmen präsent ist, geistig jedoch längst gekündigt hat. Neben persönlichen Gründen gibt es auch viele betriebliche Ursachen, die zur Fluktuation führen können. Hat der Mitarbeiter beispielsweise keine Möglichkeiten mehr, im Unternehmen aufzusteigen, ist die Entlohnung nicht ansprechend oder das Betriebsklima zu schlecht, wird der Mitarbeiter sich eher einem anderen Unternehmen zuwenden. Besonders während eines Change-Projektes im Unternehmen sind diese Probleme denkbar. Durch die Veränderung treten Widerstände auf, die das Betriebsklima negativ beeinflussen können. Auch die Arbeitsstelle an sich kann sich ändern, ein anderes Gehalt, andere Arbeitszeiten oder erhöhte Kompetenzansprüche sind möglich. Jedoch sollte gerade innerhalb des Change-Prozesses darauf geachtet werden, die Mitarbeiter stärker an sich zu binden und zu halten. Ansonsten kommt zu der Umstrukturierung des Unternehmens oft noch das Problem der Bewerberwahl und Mitarbeitersuche hinzu, eine versteckte Kostenfalle.

Mitarbeiter durch das Change-Projekt führen

Während des Change-Projektes verändern sich oft nicht nur Strukturen innerhalb des Unternehmens, auch neue Wertvorstellungen prägen die Zusammenarbeit. Werte, die die Mitarbeiter als wertvoll und besonders attraktiv an ihrem Job angesehen haben, werden oft nicht mehr von der Geschäftsleitung vertreten oder haben sich verändert. Was kann also getan werden, um der Fluktuation entgegenzuwirken und die Mitarbeiter weiter zu binden?

Schaffen Sie Transparenz

Führungskräfte sollten erklären, warum der Change notwendig ist und die Änderungen offen legen. Was verändert sich? Wie genau bin ich als Mitarbeiter von der Veränderung betroffen? Schaffen Sie Verständnis für die Veränderung und machen Sie Ihren Mitarbeitern klar, was sie erwartet. 

Bieten Sie Anreize

Schaffen Sie Ihren Mitarbeitern Anreize, die sie dazu bewegen, über die Unsicherheiten und persönlichen Nachteile des Change-Projektes hinwegzusehen. Binden Sie ihre Mitarbeiter beispielsweise durch betriebliche Altersvorsorge, eine Erhöhung des Gehalts, mehr Urlaubstage oder auch durch einen Dienstwagen an Ihr Unternehmen. Dabei ist wichtig, dass den Mitarbeitern bewusst ist, dass sie diese Vorteile nur in Ihrem Unternehmen haben. Bei einem Wechsel in ein anderes Unternehmen müssten sie darauf verzichten

Stärken Sie das Betriebsklima

Sie als Führungskraft haben eher wenig Mitspracherecht in Bezug auf die Beziehungen der Mitarbeiter untereinander, jedoch können Sie versuchen, einen positiven Einfluss auszuüben. So ist es hier besonders wichtig, dass Sie als Führungskraft den Teamgeist stärken, indem Sie beispielsweise Teamevents planen. Besonders förderlich sind Events, die Mitarbeiter zur Interaktion miteinander bringen. Sie sollen so in Kontakt kommen, sich vertrauen und aufeinander verlassen lernen. Das fördert den Umgang im Arbeitsalltag untereinander, trägt zur Vernetzung bei und stärkt das Betriebsklima durch einen persönlicheren Bezug zwischen den Mitarbeitern. Beispiele für solche förderlichen Teamevents sind Kurse (z.B. Kochkurse, Grillevents, Musikabende), Sportaktivitäten (z.B. Bowlen, Fußballturniere), Ausflüge (z.B. Kletterpark, Paintball, Lasertag, Freizeitpark) oder auch Firmenfeiern (z.B. Weihnachtsfeier, Sommerfest, Karaoke).

Kommunikation fördern

Gerade während des Change-Prozesses ist es wichtig, die Kommunikation innerhalb des Unternehmens nicht zu vernachlässigen. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter. Geben Sie Feedback und lassen Sie sich Feedback geben. Kennen Sie die Probleme und Schwierigkeiten der Mitarbeiter, fällt es leichter, diese zu beseitigen und mögliche Kündigungen zu verhindern. So sollten kurze Informationswege geschaffen werden. Es kann durchaus frustrierend für Mitarbeiter sein, etwas mitteilen zu wollen, die Informationen aber über mehrere Hierarchieebenen leiten zu müssen.

Weiterbildungsmaßnahmen bieten

Im Rahmen des Change-Projektes ist es möglich, dass Mitarbeiter sich aufgrund von neuen Aufgabengebieten oder benötigten Kompetenzen überfordert fühlen. Der Druck steigt, den neuen Anforderungen gerecht zu werden und Fehler häufen sich. Arbeiten Sie dem entgegen, in dem Sie die Mitarbeiter mit den neuen Aufgaben nicht alleine lassen, sondern sie dazu befähigen, diese effektiv zu bewältigen. Dazu eignen sich besonders Weiterbildungsmaßnahmen. Der Ausbau neuer Fähigkeiten und Kompetenzen wirkt außerdem motivierend und kann Lust auf die Veränderung machen.

Dies sind einige Maßnahmen, die Ihnen helfen, die Fluktuation während eines Change-Projektes zu verringern. Es sollte jedoch beachtet werden, dass ein ganzheitliches Konzept in Bezug auf das Change Management benötigt wird, um erfolgreich Ihre Mitarbeiter durch den Prozess des Changes zu führen. 

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